Der Mode-Gucker

Der Mode-Gucker

Mode: Zwischen Kultur und Natur

Schönheit kommt eigentlich von Innen. Die Ausstrahlung eines Menschen kann eine Wirkung entzünden, die Kleidung und Schmuck häufig nicht ausgeglichen werden kann. Schon der Urmensch wusste sich zu paaren und fortzupflanzen, als die Mode noch zweckdienlich der Warmhaltung der immer weniger bepelzten menschlichen Haut diente. Auch ohne Lippenstift gelang es, die Lippen einer Frau zu treffen um sie zu küssen.

Schaufensterpuppe
© Karl-Heinz Laube / pixelio.de
Doch im Verlauf der Zeit lernte der Mensch immer mehr die Wirkung der Kleidung im Sinne einer Mode kennen. Der Mensch braucht Abwechslung und dies ist ein stets ein wichtiger Bestandteil der Mode gewesen. Nichts ist so peinlich wie die Mode von gestern und nichts wird morgen so peinlich sein, wie die Mode von heute. In dem 1990er Jahren machte man sich über die Frisuren und die Kleidung der 1970er Jahre lustig und heute lacht man über die 80er. Wieviele Jahre werden vergehen, in denen junge Männer den Kopf über die Fotos ihrer Jugendjahre schütteln werden, in denen sie sich eine Justin Bieber Mähne auf dem Kopf gönnten. Schon jetzt versteht die just dem Erwachsenenalter entkommene Jugend der 90er nicht mehr den strengen Kurzhaarschnitt, den man damals zu tragen zu müssen glaubte. Modemuffel gönnen sich eine mehr oder weniger zeitlose Kleidung. Die schwarze oder blaue Jeans, ein dunkles Hemd und eine Jacke und man kann sich mit gutem Gewissen auf die Straße wagen. Das ist weder aufsehenerregend, noch besonders abstoßend. Anders sieht es aus, wenn man sich etwas extravaganter gibt. Mode kann auch polarisieren, so dass man besonders positive, aber auch besonders negative Reaktionen als Feedback bekommt. Aber auch der Modemuffel geht ins Kleidergeschäft (oder bestellt sich ab und an neue Klamotten im Internet), geht zum Frisör und achtet auf die eigene Körperpflege. Nur wenige Menschen wünschen sich derart „naturbelassen“ zu sein, dass der Rest der Gesellschaft die Augen zu verdrehen beginnt.

Uniformen sind nicht notwendigerweise der Mode zuzurechnen. Man findet diese nicht nur beim Militär, sondern auch im Geschäftsleben. Nicht nur in Banken gibt es gelegentlich die Krawattenpflicht und wer der Norm der dortigen Kleidung widerspricht, sägt an seiner eigenen Karriere. Wenn Mode die Individualität des Menschen hervor heben soll, dann sind solche Uniformen gar das Gegenteil der Mode.

Mode kann die gewinnende Ausstrahlung eines Menschen nicht ersetzen. Sie kann diese aber unterstreichen. Der Mensch sieht (abgesehen vom natürlichen Alterungsprozess und dem persönlichen Tagesbefinden, das sich in manchem Gesicht widerspiegelt) jeden Tag weitgehend gleich aus. Erst durch die Kleidung gelingt es, eine tägliche Variation in die eigene Schönheit zu bringen. Neben der Kleidung gehören auch Nagellack, Frisuren, Piercings und Tattoos zu den individuellen Gestaltungsoptionen des Menschen. Man sollte aber genau abwägen, welche dieser Zierden man sich am eigenen Körper zulegt. Ein Tattoo zum Beispiel verbleibt im Regelfall dauerhaft auf der eigenen Haut und wer sich den Namen der eigenen Freundin auf dem eigenen Körper vereweigen möchte, der sollte auch darüber nachdenken, wie lange solche Freundschaften oder moderne Ehen aller Statistik zu Folge wirklich halten.

Prominenz aus Film und Fernsehen können sich modisch weit über die Normen hinaus wagen, die üblicherweise auf der Straße getragen werden. Ja, es ist gar immer wieder eine Schlagzeile wert, welche Kleider auf schicken Anlässen getragen werden und welcher Star sich eine neue Frisur oder gar Haarfarbe gönnt. Manchmal scheinen diese Themen sogar wichtiger zu sein als die Leistungen unserer Stars in Film Fernsehen oder Musik.